Befreiender Heimsieg mit letzter Kraft

In der Schlussminute zum 9:8 Sieg gegen die ESC Frankfurt

Nach einer endlos erscheinenden Auswärtsserie (der PSV hatte seit Ende Januar 7 Auswärtspartien bestritten) stand am vergangenen Samstag endlich wieder ein Spiel im heimischen Plieninger Bad an. Gegner war das Team aus Frankfurt. Eigentlich sollte dies bereits die zweite Begegnung der beiden Mannschaften sein, doch das Hinspiel in Frankfurt war aufgrund einer anderweitigen Badbelegung kurzfristig abgesagt worden.

Seit dem letzten Heimspiel der Stuttgarter hat sich in der Tabelle einiges getan, dennoch bleibt es auch weiterhin spannend. Der PSV steht nach Samstag mit 5 Siegen und 7 Niederlagen auf dem 6. Tabellenplatz, hat mit 10 Pluspunkten jedoch nur 2 Punkte Abstand zum VfB Friedberg, die mit 8 Punkten auf dem vorletzten Rang steht.  Sicher ist also noch nichts, bis zum Ende der Saison muss um weitere Punkte gekämpft werden.

„Kämpfen“ beschreibt den vergangenen Samstag sehr gut, denn obwohl es zu Anfang nicht danach aussah, entschied sich das Spiel erst in den letzten Sekunden. Die Stuttgarter erwischten einen ausgesprochen guten Start und konnten sich in den ersten 6 Minuten bereits mit 4:0 von den Frankfurtern absetzten. Doch in Folge einer Serie von nicht genutzten Chancen konnten die Gäste eine Sekunde vor Viertelende auf ein 4:2 verkürzen.

Das Momentum lag nun bei den Frankfurtern, die nun immer besser ins Spiel finden konnten. Der PSV hatte zwar einige Großchancen, scheiterte jedoch an dem guten Schlussmann Adrian Toma, der durch seine Paraden sein Team zurück ins Spiel brachte. Frankfurt konnte erneut zwei Treffer erzielen, während der PSV dieses Viertel Torlos bleib.

Nach der Halbzeit war also, bei einem Spielstand von 4:4, alles wieder auf Null gestellt. Doch auch nach der Pause machten die Frankfurter genau da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten – und der PSV bleib weiter harmlos! Hinten verhinderten Sie trotz zahlreicher Versuche die Tore der Stuttgarter und vorne netzten Sie immer wieder ein. Es schien nun aus PSV-Sicht beinahe unmöglich, den 5:8-Rückstand noch wett zu machen.

Nach einer feurigen Ansprache kurz vor Beginn des letzten Viertels heizte der Trainer Daniel Steiner seinem Team aber nochmal ein: „Konzentriert euch und gebt nochmal alles. 3 Tore bis zum Ausgleich, das ist nicht unmöglich. Und nur 4 bis zum Sieg!“. Bestand vielleicht doch noch eine Chance? Die Fans glaubten jedenfalls daran und unterstützten die Heimmannschaft lautstark.

Beflügelt durch den Support der Zuschauer und dem hoffnungsbringenden Anschlusstreffer, durch den Kapitän Robert Berghof, lief es endlich wieder besser. Als der Centerspieler Oliver Schmalzing nur 30 Sekunden später zum 7:8 traf, war endgültig klar, ein Sieg liegt nun in greifbarer Nähe. Es bleiben noch 4 Minuten für 2 Tore, doch erst mal waren die Frankfurter wieder in Ballbesitz. Nach einer vergebenen Überzahl ging es dann aber wieder direkt in die andere Richtung. Die Gastgeber waren am Zug und Oliver Schmalzing traf erneut, zum wichtigen 8:8 nur 2 Minuten vor Spielende. Das war den Stuttgartern aber immer noch nicht genug. Es verblieben nur noch knapp 1:40 Minuten auf der Uhr, als Lukas Schneider den Führungstreffer erzielte.

Doch das Spiel war noch nicht vorbei und kurz vor Schluss gab es dann noch eine kuriose Szene. Die Frankfurter forderten eine Auszeit obwohl sie nicht im Ballbesitz waren. Auf der Uhr verblieben jetzt nur noch wenige Sekunden, doch die genommene Auszeit führte zu allgemeiner Verwirrung und das Spiel wurde für einige Minuten angehalten. Als nach Wiederanpfiff klar wurde, dass der PSV in Ballbesitz war, war die Stimmung am kochen – der PSV musste nur noch den Ball halten und hatte es geschafft, das Spiel tatsächlich zu drehen! Er gewann es mit einem hart umkämpften 9:8.

PSV Stuttgart – ESC Frankfurt 9:8 (4:2, 0:2, 1:4, 4:0)

PSV Stuttgart:

Marcello Pisacreta (TW), Markus Hailfinger, Lukas Schneider (1), Matthias Thoma (1), Philip Ilzhöfer, Maurizio Lutz, Oliver Schmalzing (2), Robert Berghoff (2), Jan-Michel Groß, Oliver Rodi, Tim Hornuf (2), Tim Ilzhöfer, Matthis Groß (1). Trainer: Daniel Steiner.

ESC Frankfurt:

Adrian Toma (TW), Nicola Benatti, Jose Pereira (2), Benjamin Rakovsky, Erik Thomsen, Strahinja Lucic (2), Tamas Benko (1), Sebastian Jung, Alexander Wissmüller, Sebastian Held (2), Simon Ramm, Philipp Kilian, Sinan Coskun (1).