Zweite Saisonniederlage für den PSV im Spitzenspiel in Bietigheim

Das erste Zusammentreffen des PSV mit dem SV Bietigheim im Hinspiel in Plieningen endete 16:9 für den PSV – zum Rückspiel der beiden Oberligisten im Badepark Ellental wurden die Karten jedoch neu gemischt: zum einen fand das Spiel im großen 30m-Becken des Bietigheimer Freibads statt, in dem die SVB-Spieler ihre schwimmerische Stärke wesentlich besser ausspielen konnten als im kleinen Hallenbad in Plieningen. Dazu kam als zweites, dass der PSV mit einem dezimierten Kader antrat, ohne die verletzen Oliver Schmalzing und Tim Ilzhöfer und in Abwesenheit der erfahrenen Stammkräfte Robert Berghoff und Lukas Schneider, die sich beide im Ausland befanden. Außerdem fehle auch Philip Ilzhöfer.

So blieb Niedermann ein Team von 11 Spielern, unter denen sich aber drei Torhüter befanden: neben Pisacreta und Steiner machte Kyle Reuther am Donnerstag sein erstes Spiel für den PSV Stuttgart. Der US-Amerikaner aus Kalifornien, der als Physik-Student ein Jahr in Vaihingen verbringt, war eigentlich schon im letzen Herbst zum Filder-Team gestoßen, hatte sich dann aber im Training die Schulter ausgekugelt und musste deshalb bis nun, Ende Juni, auf sein erstes Spiel warten.

Das Spiel startete mit drei Toren der Bietigheimer und es sah alles zunächst wie ein Untergang des Tabellenzweiten bei seinem Verfolger aus, da Bietigheim wie erwartet konterte und direkt aus dem Konter oder nach Ausschlüssen der PSV-Spieler, die in der Rückwärtsbewegung die Notbremse zogen, traf. Doch Maurizio Lutz hielt den PSV durch drei Tore hintereinander im Spiel, und nach dem 4:3 für Bietigheim war es erneut Lutz, der das 4:4 erzielte. So ging es in die erste Viertelpause und der PSV war noch im Spiel, doch nachdem sich Lutz, der zum Mann des Tages hätte werden können, in einer Angriffssituation ungeschickt befreite und vom Schiedsrichter wegen Brutalität für den Rest des Spiels ausgeschlossen wurde, war der PSV um einen Torgaranten ärmer.

Bietigheim traf im zweiten Viertel zweimal ins PSV-Tor, und der PSV konnte durch Jan-Michel Groß den Abstand gering halten, doch nach drei persönlichen Fehlern zu Beginn des dritten Viertels konnte  auch Groß nicht mehr eingesetzt werden. Kurz zuvor war bereits Daniel Steiner, der auf dem Feld aushelfen musste, nach drei persönlichen Fehlern ausgeschlossen worden und so war nur noch der zweite Torwart, Marcello Pisacreta, als Wechseloption auf der Bank. Diese Konstellation führte dazu, dass der PSV mehr und mehr von Bietigheim ausgekontert wurde, nach 2:1 im dritten Spielviertel und dem Zwischenstand von 8:6 waren im letzten Abschnitt die meisten Beine und Arme müde: mit 4:1 verlor der PSV das letzte Viertel und verbuchte am Ende eine im Aufstiegskampf bittere 12:7 Niederlage. Dass diese nicht höher ausfiel ist dem aufopferungsvollen Kampf aller im Wasser zu verdanken, und auch den beiden guten PSV-Schlussmännern Pisacreta und Reuther, die zahlreiche Tore verhindern konnten.

Drei Saisonspiele verbleiben nun, in denen der PSV unter Druck steht zu gewinnen, um seine ambitionierten Aufstiegspläne weiter verfolgen zu können. Und eine weitere Begegnung mit Bietigheim steht auch aus: man sieht sich wieder im Finale des Baden-Württembergischen Pokals (Datum und Spielort stehen noch nicht fest), aber klar ist: vor dieser Partie werden die Karten erneut gemischt – für ein hoffentlich spannendes Saisonfinale.

SV Bietigheim – PSV Stuttgart 12:7 (4:4; 2:1; 2:1; 4:1)

SV Bietigheim: Dennis Wildner/Gerd Müller (TW), Nils Clauß, Patrick Stöckermann, Holger Füllborn (1), Henrik Röckle, Ralph Schmidt, Sascha Graf (1), Sebastian Rasch (3), Benedikt Schwuchow (1), Markus Köhler (2), Julius Ulfers (4).

PSV Stuttgart: Marcello Pisacreta/Kyle Reuther (TW), Tim Lotter (1), Timon Pfeiler, Paul Hering, Maurizio Lutz (4), Jens Dörsam, Jan-Michel Groß, Markus Hailfinger, Daniel Steiner, Matthis Groß. Trainer: Andrej Niedermann.