Der Torwart wird zum Helden: Finaleinzug des PSV nach 5m-Schießen

Wenn der PSV Stuttgart und der SSV Zuffenhausen aufeinander treffen, ist ein spannendes und knappes Wasserballspiel garantiert. Bereits bei der Oberligapartie von Anfang Mai hatte es ein 9:9 Unentschieden gegeben, dort war der PSV aber schwach und willenlos aufgetreten und hatte als Tabellenführer gegen die letztplatzierten Zuffenhausener „einen Sieg verschenkt“. Ein Ausrutscher?

Mit Nichten! Beim erneuten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften am Samstagabend im Halbfinale des Baden-Württembergischen Wasserballpokals trafen nun zwei sehr motivierte Mannschaften aufeinander, der unbedingte Wille, ins Finale des Baden-Württembergischen Pokals einzuziehen, war beiden von Anfang an anzumerken – und in keiner Minute spiegelte sich im Spielverlauf die Platzierungsdifferenz in der Oberliga wieder. Der Pokal hat eben auch im Wasserball seine eigenen Gesetze:

Nach einem ereignisarmen ersten Spielviertel, in dem ziemlich klar wurde, dass es beide Teams erst nahmen und in dem um jeden Ball gekämpft wurde, lag zunächst der PSV mit 1:2 in Führung, dann startete die Zuffenhausener Offensive aber mit vier Toren in Folge und ging zwischenzeitlich mit 5:2 in Front. Nun waren der Kampfwille und die Comeback-Qualitäten des PSV zum ersten Mal gefragt, und nach Toren von Oliver Schmalzing und Robert Berghoff stand es zur Pause nur noch 5:4 für die Hausherren. Im dritten Abschnitt gewann der PSV dann 2:1, auch aufgrund der starken Leistung seines Torwarts Marcello Pisacreta, der sich (nicht zum letzten Mal an diesem Abend) einem 5m-Strafwurf stellen mussten und diesen viel umjubelt parierte.

Trotz des Ausgleichs auf 6:6 war der PSV nach seiner anfänglichen 2:1 Führung stets einem Rückstand hinterher geschwommen, nach dem 7:7 gelang 1 Minute 37 vor Ende Oli Schmalzing aus dem Center dann aber das 7:8 und damit waren bei den Filderern die Hoffnungen auf das dritte Finale seit 2013 wieder hergestellt. Die Abwehr des PSV konnten die entfesselten Zuffenhausener aber nicht halten, und Christian Vogel schoss aus dem Rückraum 1:16 Minuten vor Ende das 8:8. Beide Teams kämpften, schossen, trafen aber nicht mehr – und so kam es zum 5m Werfen.

Die Anspannung war hoch, in den Reihen des PSV jedoch behielten seine Schützen und vor allem Torwart Pisacreta die ruhigeren Nerven: von den 5 angetretenen PSV-Spielern trafen 3, der fünfte (Kapitän Robert Berghoff) musste nicht mehr schießen, denn dem SSV Zuffenhausen gelang kein einziger Treffer: einmal Pfosten, einmal Latte, und der entscheidende dritte 5m wurde von Pisacreta gehalten. Das Ergebnis hieß also am Ende 8:11 und der PSV hatte damit die erneute Finalteilnahme am Baden-Württembergischen Pokalfinale erreicht. Berghoff und Trainer Niedermann lobten insbesondere den Kampfgeist, den Siegeswillen, aber auch die Ruhe, welche ihre Spieler in den entscheiden Situationen bewahrt hatten.

Im Finale wartet mit dem SV Bietigheim, der am Freitag 13:9 gegen den Verbandsligaaufsteiger TSG Weinheim gewann, jedoch eine harte Nuss auf den PSV, jedoch keine unbekannte: man kennt sich aus der Oberliga (das Hinspiel im April hatte der PSV mit 16:9 souverän gewonnen), und gegen diese Mannschaft hatte man 2013 bereits zum ersten Mal den Pokal-Titel gewonnen. Zuvor (das Datum und der Austragungsort des Finales stehen noch nicht fest) treffen beide Konkurrenten aber am 23.06. noch im Liga-Rückspiel in Bietigheim aufeinander. Da dieses, wie das Pokalfinale, im großen Feld des Freibads gespielt wird, eine echte Generalprobe.

SSV Zuffenhausen – PSV Stuttgart 8:11 n. 5m (1:2;4:2;1:2;2:2; 5m: 0:3)

SSV Zuffenhausen: Michael Staehle (TW) – Dirk Kalka, Ralf Hauser, Eric Hartung, Nils Christmann, Francesco Esposito (4 Tore), Frank Schäfer (1), Markus Mergenthaler, Teofilo Garcia, Christian Vogel (3), Peter Kaslik, Frank Molwitz, Heiko Wentz. Trainer: Joachim Kilgus.

PSV Stuttgart: Marcello Pisacreta (TW) – Tim Lotter (1), Philip Ilzhöfer, Timon Pfeiler, Paul Hering (1), Maurizio Lutz (1), Oliver Schmalzing (5), Robert Berghoff (2), Jan-Michel Groß, Jens Dörsam (1), Markus Hailfinger, Daniel Steiner, Matthis Groß. Trainer: Andrej Niedermann.